{"id":46,"date":"2013-11-19T16:29:40","date_gmt":"2013-11-19T14:29:40","guid":{"rendered":"https:\/\/evol-forum.ch\/dei\/ergaenzende-erlaeuterungen\/"},"modified":"2018-07-19T16:07:15","modified_gmt":"2018-07-19T14:07:15","slug":"ergaenzende-erlaeuterungen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evol-forum.ch\/dei\/ergaenzende-erlaeuterungen\/","title":{"rendered":"Erg\u00e4nzende Erl\u00e4uterungen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Erg\u00e4nzende Erl\u00e4uterungen<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Offenbarung des Johannes &#8211;\u00a0<span style=\"white-space: pre;\">Pfarrer Andreas Schwendener<\/span><\/h2>\n<p>Eine Homepage m\u00f6chte ich Ihnen besonders empfehlen, wenn Sie die Johannes-Offenbarung vertiefen m\u00f6chten:\u00a0www.johannesoffenbarung.ch<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Thema Weltuntergang &#8211;\u00a0<span style=\"white-space: pre;\">Prof. Angelika <\/span>Thol-Hauke<\/h2>\n<p>\u201eApokalyptik hat zu tun mit Vorstellungen vom Ende. Apokalyptik bedeutet Enth\u00fcllung, dem Gl\u00e4ubigen wird das Ziel und Ende der Geschichte enth\u00fcllt. Er wei\u00df durch diese Enth\u00fcllung worauf alles, was in der Gegenwart geschieht, hinauslaufen wird. Apokalyptik ist eine bestimmte Art, die Welt und ihre Geschichte zu deuten.<\/p>\n<p>Allt\u00e4glich wird das Adjektiv apokalyptisch h\u00e4ufig benutzt, um katastrophische Ereignisse in ihren unbeschreiblichen zerst\u00f6rerischen Auswirkungen zu beschreiben. Dieser Gebrauch h\u00e4ngt mit den spezifischen endzeitlichen Vorstellungen von Apokalyptikern zusammen.<\/p>\n<p>Die beiden gro\u00dfen apokalyptischen Texte der Bibel das Buch Daniel und die neutestamentliche\u00a0 Offenbarung des Johannes stellen mit dramatischen Bildern und mythischen Gestalten einen in kosmischen Dimensionen gef\u00fchrter Kampf zwischen Gut und B\u00f6se, Gott und Gegengott dar.<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Vorstellungen finden sich auch im Iran (Parsismus, Zarathustra), im Islam und auch in der griechischen Mythologie (Hesiod). Die Verfasser von Apokalypsen teilen Offenbarungen mit, die einem Weisen der Vorzeit (Henoch, Mose, Daniel) gegeben wurden. Diese Lehren waren lange verborgen und versiegelt, jetzt aber werden sie offenbart, dies aber nicht der gro\u00dfen Menge, sondern einem engeren Kreis. Die Weisheit ist im Himmel und wird in Tr\u00e4umen, Visionen mitgeteilt.<\/p>\n<p>Es herrschen dunkle und ungew\u00f6hnliche Bilder und Motive vor. V\u00f6lker, Reiche treten als Tiere, Berge, Wolken auf.<\/p>\n<p>Auch Zahlenspekulationen spielen eine gro\u00dfe Rolle: 666, 7, 12, 144000. Dazu kommt eine beabsichtigte Unbestimmtheit und Unklarheit, die das Unsagbare und Unerkl\u00e4rbare andeuten soll. Charakteristisch ist der Mangel an Einheitlichkeit. (&#8230;)<\/p>\n<p>Nach j\u00fcdischer apokalyptischer Weltsicht zerf\u00e4llt die Zeit in 2 Perioden: in diese Weltzeit und in die kommende Weltzeit. Der jetzige Aion hat eine bestimmte Dauer, so dass das Ende berechnet werden kann. Dieser unterteilt sich in 4 Epochen, 4 Reiche oder Perioden, die zum Ende hin immer schlechter werden. Das jetzige Zeitalter ist in der Gewalt des B\u00f6sen und der S\u00fcnde. Licht und Finsternis stehen einander gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Gott und Gegengott, h\u00e4ufig in Gestalt eines Drachen (Satan), treten auf zum endscheidenden letzten Kampf. Er endet mit dem Sieg Gottes, die Toten stehen auf, die b\u00f6sen werden gerichtet und der neue Aion bricht an. Man erwartet die Erneuerung in kosmischen Ausma\u00dfen, einen neuen Himmel und eine neue Erde, eine ungetr\u00fcbte Gemeinschaft der Menschen mit Gott und untereinander. Als Tr\u00e4ger der Heilszeit tritt der Messias auf, der j\u00fcdisch national oder eher transzendent universal verstanden wird. Eine messianische Gestalt geh\u00f6rt aber nicht notwendig zur Apokalyptik. Es geht um Errettung aus der absoluten Katastrophe.<\/p>\n<p>Eine b\u00f6se, tyrannische, grenzenlos zerst\u00f6rerische Macht beherrscht die Welt &#8211; eine Macht, die nicht mehr als menschlich, sondern schlechthin d\u00e4monisch empfunden wird. Sie wird ihre Tyrannei zu immer gewaltigeren Schrecken und die Leiden ihrer Opfer bis zur Unertr\u00e4glichkeit steigern, bis sich pl\u00f6tzlich der heilige Rest erheben, den Tyrannen niederschlagen und selbst die Herrschaft antreten wird. Der Glanz dieses K\u00f6nigreichs wird alle anderen \u00fcberstrahlen und wird das letzte der K\u00f6nigreiche sein. Diese Errettung ist kollektiv, irdisch, unmittelbar bevorstehend, vollst\u00e4ndig, wunderbar.(&#8230;)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was aber hat das Christentum mit der Apokalyptik zu tun?\u00a0 Sagt es nicht, der Messias sei schon gekommen?<\/p>\n<p>F\u00fcr das junge Christentum ist die j\u00fcdische Apokalyptik von betr\u00e4chtlicher Bedeutung gewesen. Die meisten j\u00fcdischen Apokalypsen sind nur in den christlichen Kirchen \u00fcberliefert und bewahrt worden, w\u00e4hrend sie nach dem katastrophalen Ende des Bar-Kochba-Aufstandes aus der offiziellen j\u00fcdischen Tradition ausgeschieden wurden.<\/p>\n<p>Das fr\u00fche Christentum benutzte sie, um die Stellung Jesu im Prozess des Kommens der Endzeit anzugeben und seine einzigartige Funktion f\u00fcr Heil und Erl\u00f6sung der Menschen zu artikulieren. In seinem Tod und seiner Auferstehung haben sich das Zorngericht Gottes und die Zeitenwende vollzogen. Wer sich zu Jesus und seiner Botschaft bekennt, geh\u00f6rt schon jetzt zum Reich Gottes. (&#8230;) Im Mittelpunkt seiner Verk\u00fcndigung steht, dass das Neue in seinem Tun schon anbricht, dass es nicht schlagartig hereinbricht, sondern schon im Wachsen ist, wie ein Samenkorn in der Erde. Er lehnt darum jede Berechnung des Kommens von Gottes Herrschaft ab. Entscheidend ist, ob der Mensch, der die Botschaft von der angebrochenen neuen Zeit h\u00f6rt, sie annimmt und danach sein Leben orientiert. Wer sich mit Berechnungen besch\u00e4ftigt, verfehlt das Neue fundamental, das schon da ist. Ebenso lehnt Jesus jede Beteiligung an K\u00e4mpfen zur Herbeizwingung des neuen Aions ab. Gott selbst setzt sich gegen das B\u00f6se m\u00e4chtig durch, Aufgabe des Menschen ist es nicht schon jetzt den Unkraut aus dem Weizen zu rei\u00dfen, das B\u00f6se auszurotten. Gott wird Richter sein \u00fcber gut und b\u00f6se, nicht der Mensch. Die Vorstellung vom Richten Gottes ist wohl sicher ein Gedanke, den Jesus aus der apokalyptischen Tradition seines Volkes bewahrt hat.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"white-space: pre;\"><sub><span style=\"font-size: x-small;\">\u00a0(Thol-Hauke &#8211; 8.29) <\/span><\/sub><\/span><span style=\"color: #4e4e51;\"><sub><span style=\"font-size: x-small;\">http:\/\/www.seggeluchbecken.de\/projekt\/apokalypse.htm#1apokalyptik<\/span><\/sub><\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 9.0px RotisSemiSerif; color: #6b6b6c;\"><span style=\"white-space: pre;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>J\u00fcdische, Christliche und islamische Apokalyptik &#8211;\u00a0Kurt Meinel<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00a0<\/span><\/span><span style=\"font-weight: normal; color: #6b6b6c;\"><span style=\"font-size: small;\"><span style=\"color: #000000;\">\u201eEs ist zu unterscheiden zwischen dem Begriff der Apokalypse als literarischer Gattung und als Ereignis. Religionsgeschichtlich spielt beides \u201ein allen denjenigen Religionen\u201c eine bedeutsame Rolle, \u201ein denen sich eine Eschatologie entwickelt hat\u201c: Zu nennen sind hier neben der j\u00fcdischen und der christlichen Religion diejenigen des Vorderen Orients, Mesopotamiens und Indiens; auch die \u00e4gyptische und sogar indianische Religionsformen wissen von apokalyptischen Wehen am Ende der Zeiten zu berichten. Religionsgeschichtlich haben wir es also mit einem bedeutsamen Ph\u00e4nomen zu tun. (&#8230;)<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><strong>Die Apokalypse als Ereignis<\/strong><\/p>\n<p>Allen Religionen, die ihre Wurzeln im Mittelmeerraum haben, liegen im Bereich ihrer Eschatologie iranische und indische Apokalypsevorstellungen zugrunde. Die indische Spekulation geht ebenso wie die auf ihr basierenden iranischen Mythen von einer Aufteilung der Geschichte in drei bzw. vier \u201eWeltzeitalter\u201c aus. Jeweils von unterschiedlicher Dauer, verschlechtern sich irdische Zust\u00e4nde bei Natur und Mensch zusehends. W\u00e4hrend die indische Apokalyptik die Verschlechterung der Weltzust\u00e4nde noch mit pantheistischen Vorstellungen verkn\u00fcpft (das All altert), kennt der Iran mit der Figur des Zarathustra eine Erl\u00f6sungsgestalt, die am Ende der Zeiten die Scheidung von Gut und B\u00f6se in Gang setzt. Hier tauchen auch die ersten literarischen Apokalypsen auf.<\/p>\n<p>Ob die iranische Apokalyptik selbst die j\u00fcdische Apokalyptik beeinflusst hat, oder ob dies durch Vermittlung parsischer Apokalypsevorstellungen geschah, ist in der Forschung umstritten.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr die christliche Theologie besitzt die Apokalyptik des Parsismus\u201c jedenfalls \u201evorrangige Bedeutung\u201c. In ihr tauchen erstmals auch die uns bekannten Vorstellungen eines Weltgerichtes, der Totenauferstehung, einer messianischen Gestalt (im Persischen der Saoshyant) und schlie\u00dflich einer L\u00e4uterungszeremonie (der endzeitlichen Scheidung der guten Menschen von den b\u00f6sen) auf. Diese L\u00e4uterungszeremonie wird eingeleitet durch den Einschlag eines riesigen Meteors, durch den die Berge zerst\u00f6rt werden und ein See fl\u00fcssigen Metalls entsteht.<\/p>\n<p>Damit haben wir auch schon die wesentlichen Elemente des Ereignisses \u201eApokalypse\u201c zusammengetragen, die sich mehr oder weniger stark ausgepr\u00e4gt in all den eingangs genannten Religionen finden.<\/p>\n<p>Ich fasse zusammen:<\/p>\n<p>1) Der Weltenlauf ist in verschiedene Perioden aufgeteilt, in denen eine zunehmende Verschlechterung der Zust\u00e4nde zu beobachten ist (soziale Verwerfungen, Unruhen etc.). Am Ende dieses Prozesses kommt es zur endzeitlichen Katastrophe.<\/p>\n<p>2) Der notwendige L\u00e4uterungsprozess wird durch eine messianische Gestalt in Gang gesetzt.<\/p>\n<p>3) Der L\u00e4uterungsprozess beginnt mit einer allgemeinen Totenauferstehung.<\/p>\n<p>4) Mit dem L\u00e4uterungsprozess der Menschheit einher geht die L\u00e4uterung der Natur\/Welt durch kosmische Katastrophen (Weltenbrand, Erdbeben, Meteoriteneinschlag etc.). Dabei spielt das Feuer als reinigende Kraft eine herausragende Rolle.<\/p>\n<p>5) Die Menschheit wird in Gute und B\u00f6se getrennt. Dabei pflegen die \u201eGuten\u201c die L\u00e4uterung durchs Feuer unbeschadet zu \u00fcberstehen, w\u00e4hrend die \u201eB\u00f6sen\u201c den Feuertod sterben. (&#8230;)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Apokalypse als literarische Gattung<\/strong><\/h3>\n<p>Die Entstehung apokalyptischen Schrifttums h\u00e4ngt nat\u00fcrlich eng mit dem Ereignis \u201eApokalypse\u201c zusammen, ist begrifflich jedoch deutlich von ihr zu trennen. Apokalyptische Literatur ist mehr als die blo\u00dfe Schau zuk\u00fcnftiger Ereignisse &#8211; hier zeigt sich lediglich ihr Ursprung aus der prophetischen Literatur -, sie ist bereits Reflexion der Apokalypse unter eschatologischen, theologischen, sozialen &#8230; Gesichtspunkten. In ihr findet die Verarbeitung angesagter und geschauter Zukunft unter den Bedingungen der jeweiligen sozialen, gesellschaftlichen oder politischen Wirklichkeit statt. Auch die Wege, auf denen solche Offenbarung geschieht, \u00e4hneln sich: \u201eHimmelsreisen; Traumvisionen; vision\u00e4re Ekstase im wachen Zustand\u201c. (&#8230;)<\/p>\n<h3>Entstehung der j\u00fcdischen Apokalyptik<\/h3>\n<p>In der Forschung geht man davon aus, dass die eigentliche Entstehung der j\u00fcdischen Apokalyptik mit dem Niedergang des Prophetentums in Israel einsetzt.<\/p>\n<p>Dabei kommt es zwischen Prophetie und einsetzender Apokalyptik zu einem regen Austausch. Durch den vielf\u00e4ltigen Kulturtransfer, der schon w\u00e4hrend der Exilszeit und danach mit Babylonien und dem Iran einsetzte, d\u00fcrften die Juden Pal\u00e4stinas (die als die Haupttr\u00e4ger apokalyptischen Denkens und apokalyptischer Literatur gelten k\u00f6nnen) mit der indisch beeinflussten Eschatologie des Irans in Ber\u00fchrung gekommen sein.<\/p>\n<p>Als erstes schriftliches Zeugnis j\u00fcdisch-apokalyptischer Literatur liegt uns das Danielbuch vor, dessen Entstehung in die Zeit der Glaubensverfolgungen durch Antiochus IV. Epiphanes f\u00e4llt (um 167 v.Chr.). Ihm folgen bis weit ins 4. nachchristliche Jahrhundert hinein viele weitere Apokalypsen und Visionsberichte. Ihnen allen ist gemein, dass sie anonym bzw. unter einem Pseudonym verfasst sind, sich in der Autorenschaft aber auf die prophetischen Gr\u00f6\u00dfen der israelitischen Geschichte berufen. So sind uns &#8211; vor allem durch christliche \u00dcberlieferung &#8211; eine Reihe von j\u00fcdischen Apokalypsen erhalten geblieben.<\/p>\n<p>Man kann die Entstehung und Verbreitung der j\u00fcdischen apokalyptischen Literatur grob in drei Phasen unterteilen:<\/p>\n<p>1) Eine erste Phase in vorchristlicher Zeit; ihr entstammen neben dem bereits erw\u00e4hnten Danielbuch das \u00e4thiopische Henochbuch (in seinen Grundz\u00fcgen vor 167 v. Chr.), die Kriegsrolle von Qumran oder die Testamente der 12 Patriarchen (130-64 v. Chr.).<\/p>\n<p>2) Ein zweiter Abschnitt, der den Zeitraum bis etwa 70 n. Chr. umfasst; in diesen Bereich f\u00e4llt die Entstehung der Himmelfahrt Moses (nach dem Tode Herodes d.Gr. abgefasst, also um die Zeitenwende) und des Jesajamartyriums (ebenfalls vor 70, wahrscheinlich zur Zeit der syrischen Religionsverfolgung abgefasst und im 2.\/3. Jahrhundert durch christliche Hand erg\u00e4nzt).<\/p>\n<p>3) Eine dritte Phase nach 70 n.Chr., deren apokalyptische Literatur uns jedoch fast nur noch in christlicher Redaktion erhalten ist: die Baruchapokalypsen (Anf. 2.Jh.), die Abraham-Apokalypse (um 100 n.Chr.), das Abraham-Testament (auf einer vorchristlichen j\u00fcdischen Erz\u00e4hlung basierend) u.a. (&#8230;) Das bekannteste Beispiel j\u00fcdischer Apokalyptik wurde bereits genannt: Es handelt sich um das in der Makkab\u00e4erzeit entstandene Buch Daniel. Es ist auch f\u00fcr die christliche Eschatologie von herausragender Bedeutung; hier finden wir wichtige Eckpfeiler j\u00fcdisch-christlicher Apokalyptik beieinander genannt, die uns zum Teil auch schon aus der Religionsgeschichte bekannt sind. (&#8230;)<\/p>\n<h3>Die christliche Apokalyptik<\/h3>\n<p>(&#8230;) Ich habe bereits erw\u00e4hnt, wie sehr die christliche Apokalyptik eine Fortf\u00fchrung der j\u00fcdischen Heilserwartung ist. Das Schwergewicht wird also auf denjenigen Z\u00fcgen einer christlichen Apokalyptik liegen, wo diese Neues und Origin\u00e4res entwickelt hat. (&#8230;)<\/p>\n<p>\u201eMan wird das Christentum der Apokalypse als ein schwach christianisiertes Judentum bezeichnen m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Dieser Satz Bultmanns markiert den Beginn eines Prozesses, der vom \u201eChristentum der Apokalypse\u201c zu einer selbst\u00e4ndigen \u201eApokalyptik des Christentums\u201c f\u00fchrt. Es ist gleichzeitig der Prozess, in dem sich auch \u201edie Eschatologie des Christentums von der des Judentums entfernte\u201c. Dieser Entwicklung wollen wir kurz nachgehen. Die Verk\u00fcndigung Jesu ist ebenso wie die der Evangelisten von eschatologischer Naherwartung gepr\u00e4gt. Hier begegnen uns ebenso wie in der paulinischen Verk\u00fcndigung religionsgeschichtlich bereits bekannte Motive:<\/p>\n<p>1) Endzeitliche Wehen wie Hass und Verrat, Umsturz der bisherigen Verh\u00e4ltnisse und kosmische Katastrophen, die dem eigentlichen Gericht vorausgehen:<\/p>\n<p>\u201eDann werden viele abfallen und werden sich untereinander verraten und werden sich untereinander hassen [&#8230;]. Sogleich aber nach der Bedr\u00e4ngnis jener Zeit wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kr\u00e4fte der Himmel werden ins Wanken kommen.\u201c<\/p>\n<p>2) Das J\u00fcngste Gericht (als kosmisches, alle Menschen betreffendes Weltgericht) mit dem Richter auf dem Thron:<\/p>\n<p>\u201eWenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit [&#8230;].\u201c<\/p>\n<p>Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Verweis auf die bereits aus Dan 7<\/p>\n<p>bekannte Gestalt des \u201eMenschensohns\u201c als Messias der Endzeit.<\/p>\n<p>3) Die endzeitliche Scheidung aller Guten von den B\u00f6sen durch den Richter &#8211; ewiges Leben f\u00fcr die Guten, ewige Strafe f\u00fcr die B\u00f6sen:<\/p>\n<p>\u201eUnd er wird sie [die V\u00f6lker] voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den B\u00f6cken scheidet [&#8230;] und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.\u201c (&#8230;)<\/p>\n<p>Die Johannesapokalypse als B\u00fcndelung und Urgrund christlicher eschatologischer Hoffnung ist in Aufnahme dieser Motive aber nicht nur Fortf\u00fchrung christlich gepr\u00e4gter j\u00fcdischer Apokalyptik im Sinne Bultmanns, sondern markiert den Beginn einer sehr eigenst\u00e4ndigen christlichen Apokalyptik. Die um das 95\/96 n.Chr., zur Regierungszeit des Kaisers Domitian unter dem Eindruck der Christenverfolgungen entstandene Apokalypse stellt in ihrer Kanonizit\u00e4t gegen\u00fcber unz\u00e4hligen anderen Apokalypsen des 1. und 2. Jhs. (vgl. dazu die Ausf\u00fchrungen zur j\u00fcdischen Apokalyptik) eine Ausnahme dar, zumal sie auch formal aus dem Kanon des Neuen Testamentes herauszufallen scheint. Mit vision\u00e4rer Kraft entfaltet sie eine himmlische Vision vom kommenden Gericht. Auch hier begegnen uns bekannte apokalyptische Motive: der Thron Gottes (Apok 4,2.5 in Anlehnung an Dan 7), das Buch mit den sieben Siegeln als Buch der Taten der Menschen (Apok 5, ebenfalls aus Dan 7 bekannt), kosmische Katastrophen als Vorboten des kommenden Endes (Apok 6,12ff., die sechs Posaunen Apok 8f. u.\u00f6.), der Anbruch des ewigen Friedensreiches nach dem Endkampf mit dem B\u00f6sen (Apok 20f.) usf.<\/p>\n<p>Entscheidend neu ist hier aber die Art und Weise, wie das \u201ealthergebrachte\u201c apokalyptische Material im Hinblick auf die in Jesus Christus geschehene endg\u00fcltige Offenbarung gedeutet und zur Vollendung gebracht wird. Durch diese Offenbarung \u201ewerden f\u00fcr Johannes alle Hoffnungsbilder des Alten Testamentes transparent\u201c. Der Tag des Gerichtes und der Tag des Weltendes ist &#8211; jedenfalls f\u00fcr die frommen Christen &#8211; kein Tag des Schreckens mehr. Vor allem aber sind sie sich gewiss, dass sie an jenem Tag keinem omin\u00f6sen Richter, keiner supranaturalen Erl\u00f6sergestalt begegnen werden, sondern dem leibhaftigen Sohn Gottes selbst. Es ist das spezifische Kennzeichen christlicher Apokalyptik &#8211; im Gegen\u00fcber zur j\u00fcdischen Apokalyptik -, dass sie dem Tag am Ende der Welt ein sehr greifbares Gesicht verliehen hat &#8211; sie ist sich sicher, dass es der Tag ihres \u201ekyrios\u201c sein wird. Greifbar bleibt dieses Gesicht auch angesichts des Ausbleibens des J\u00fcngsten Tages. Denn die christliche Gemeinde hat das Bild ihres Herrn und Erl\u00f6sers t\u00e4glich vor Augen. Die Ungewissheit der Wiederkunft Christi wird so zur Gewissheit seiner t\u00e4glichen Anwesenheit. Der Tag des Gerichtes ist von nun an zugleich Tag der Wiederkunft, der Parusie des Herrn und das eine vom anderen nicht mehr zu trennen. Dieser Zug sollte die weitere Christentumsgeschichte entscheidend mitbestimmen.<\/p>\n<h3><strong>Apokalyptik in der alten Kirche (&#8230;)<\/strong><\/h3>\n<p>Nachdem es im 2. Jh. n.Chr. aufgrund der Parusieverz\u00f6gerung zu einer verst\u00e4rkten Rezeption j\u00fcdischer Apokalypsen gekommen war (besonders durch die Kirchenv\u00e4ter, wie bereits erw\u00e4hnt), entwickelten sich j\u00fcdische und christliche Apokalypsen immer mehr auseinander. Seit \u201edem 4.Jh. wird es zur Regel, dass entweder die Darstellung von Gericht und Weltuntergang oder die Schilderung von Himmel und H\u00f6lle im Vordergrund steht\u201c. Die Funktion der Apokalypse, den \u201eGlaubensmut der Frommen in schwerer Zeit\u201c zu st\u00e4rken, tritt hinter den par\u00e4netischen Charakter derselben zur\u00fcck, in dem Ma\u00dfe, wie nun nicht mehr das \u201eWann\u201c des Kommens, sondern das \u201eWie\u201c zum Gegenstand des (literarischen und theologischen) Interesses wird. Dies beg\u00fcnstigt die Entstehung einer eigenen christlichen Eschatologie, ja, die Parusieverz\u00f6gerung macht sie sogar notwendig.<\/p>\n<p>Im sp\u00e4ten 5.Jh. tauchen dann auch erstmalig k\u00fcnstlerische Darstellungen des Weltgerichtes auf, die in ihrer Detailtreue, die bisweilen an Detailversessenheit grenzt, immer ausf\u00fchrlicher werden. Dabei bedient sich die christliche Apokalyptik freiz\u00fcgig aus den \u00fcberkommenen Vorlagen: Das typische Weltgerichtsbild enth\u00e4lt neben dem auf einer Mandorla thronenden Christus iudex, aus dessen Mund Schwert und Lilie kommen, auch Maria und Johannes den T\u00e4ufer als F\u00fcrbitter, die Engel mit den Posaunen, die Folterwerkzeuge (arma Christi), die Darstellung des Himmels und der Erl\u00f6sten und die H\u00f6lle mit den Verdammten. Seit dem 12. Jh. wird dieses Bildprogramm erg\u00e4nzt durch Einzelheiten der H\u00f6llendarstellung wie Teufel, Seelenwaage, Feuerpfuhl, Folterwerkzeuge u.\u00e4. Einen gewichtigen Beitrag zu einer stark jenseitig orientierten Fr\u00f6mmigkeit leistete auch die Entwicklung der Lehre vom Fegfeuer (limbus), einem Vorort der H\u00f6lle, und die Lehre vom doppelten Gericht (der Unterscheidung eines pers\u00f6nlichen, nach dem Tode des Einzelnen stattfindenden sog. Individualgerichtes, vom J\u00fcngsten Gericht). Zwar hat man die Jahrtausendwende im Hinblick auf die apokalyptische Wirkung lange Zeit \u00fcbersch\u00e4tzt, aber man wird den Eindruck, den die gro\u00dfen Seuchen des Mittelalters, im besonderen die Pest, auf die Menschen und ihre Vorstellung von Apokalypse gemacht haben, nicht untersch\u00e4tzen d\u00fcrfen. Davon zeugen nicht zuletzt zahlreiche apokalyptische Bewegungen des Mittelalters.<\/p>\n<p>Immer wieder hat man auch die gegenw\u00e4rtige Zeit als Endzeit gedeutet, da man mit dem irdischen Wirken Jesu den letzten \u00c4on bereits angebrochen und die Parusie jederzeit zu erwarten sah. Verschiedene Kaiser und P\u00e4pste des Mittelalters fungierten in dieser Geschichtsdeutung in der Rolle des Antichristen, Naturkatastrophen, Kriege und Seuchen waren jeweils die Wehen des bevorstehenden J\u00fcngsten Tages.<\/p>\n<p>Die Zeit der Kreuzz\u00fcge war in besonderem Ma\u00dfe von dieser apokalyptischen Geschichtsdeutung gekennzeichnet.<\/p>\n<p>Um nun die Wirkung zu skizzieren, die die christliche Apokalyptik auf die Entwicklung der islamischen hatte, w\u00e4hle ich im folgenden letzten Hauptpunkt meiner Arbeit als Quelle eine islamische Apokalypse aus der Kreuzzugszeit.<\/p>\n<h3><strong>Die Apokalyptik des Islam<\/strong><\/h3>\n<p>\u201eAn Konstantinopel und Rom gemessen war der Islam der Empork\u00f6mmling. Er besa\u00df keine Vergangenheit, keine historische Tradition. Und darum, so f\u00fchlt man sich zu sagen versucht, nahm der Islam die Geschichtswelt der R\u00f6mer, der Perser und der biblischen \u00dcberlieferung an sich.\u201c<\/p>\n<p>In nur hundert Jahren, vom Tode des Propheten im Jahre 632 bis zur Schlacht von Tours und Poitiers 733, bei der der islamische Vorsto\u00df nach Westeuropa gestoppt werden konnte, gelang es dem Islam, seinen Herrschaftsbereich zu konsolidieren und ein eigenes geschichtliches und religi\u00f6ses Bewusstsein zu entwickeln.<\/p>\n<p>Dies gilt auch f\u00fcr den Bereich der Apokalyptik. Wie sp\u00e4ter zu zeigen sein wird, kennt der Koran den Glauben an ein J\u00fcngstes Gericht, doch weist Mohammed selbst darauf hin, dass der Zeitpunkt und der Ablauf dieses Gerichts unbekannt sind und sein sollen. \u201eNur war ihm und seinen Zeitgenossen eigentlich selbstverst\u00e4ndlich, dass sie [die gro\u00dfe Stunde des Gerichts, Anm.d.Verf.] bald eintreten werde.\u201c Die Entt\u00e4uschung dar\u00fcber, dass der erhoffte Tag nicht eintraf, wurde durch die rasche Ausbreitung des Islam aber wieder ausgeglichen. (&#8230;)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>A<strong>pokalyptik im Koran<\/strong><\/h3>\n<p>In der eigentlichen Urkunde des Islam, dem Koran, begegnen uns im Vergleich zur Bibel und auch zur sp\u00e4teren apokalyptischen Literatur des Islam selbst relativ sp\u00e4rliche Zeugnisse einer durchdachten Eschatologie. Fest stand allerdings schon f\u00fcr Mohammed, dass es ein J\u00fcngstes Gericht ebenso gibt wie das Paradies und die H\u00f6lle. Dass er dabei, wie auch in anderen Fragen, reichlich aus der christlich-j\u00fcdischen Tradition sch\u00f6pfte, wurde inzwischen immer wieder nachgewiesen.<\/p>\n<p>Schon in der zweit\u00e4ltesten Sure 74<\/p>\n<p>\u201eDer Bedeckte\u201c hei\u00dft es (41-48):<\/p>\n<p>Jede Seele ist f\u00fcr das, was sie geschafft, verpf\u00e4ndet [&#8230;] in G\u00e4rten werden sie einander befragen nach den S\u00fcndern.<\/p>\n<p>\u201eWas hat euch ins H\u00f6llenfeuer getrieben?\u201c Sie werden sprechen: \u201eWir waren nicht unter den Betenden, und wir speisten nicht die Armen, und wir schwatzten mit den Schwatzenden, und wir erkl\u00e4rten als L\u00fcge den Tag des Gerichts, bis zu uns kam die Gewissheit.\u201c<\/p>\n<p>Der Tun-Ergehenszusammenhang wird hier ebenso betont wie die Gewissheit des kommenden Gerichts. Auffallend ist hier der Zusammenhang mit Mt 25,31ff., der Weltgerichtsperikope, in der es um die Werke der Barmherzigkeit geht.<\/p>\n<p>Auch Sure 13 \u201eDer Donner\u201c sagt von denen, die Gottes Wort ablehnen, dass<\/p>\n<p>sie des Feuers Gef\u00e4hrten sein und ewig darinnen verweilen werden. Diejenigen aber, die Gott f\u00fcrchten, die \u201eGuten\u201c, kommen als Belohnung in Edens G\u00e4rten, in die sie eintreten sollen nebst den Rechtschaffenen von ihren V\u00e4tern, ihren Frauen und ihrer Nachkommenschaft; und die Engel sollen eintreten zu ihnen von allen Toren (und sprechen). Frieden sei auf euch, darum dass ihr standhaft bliebet! (23.24) (&#8230;)<\/p>\n<p>Auch der Koran kennt die Engel als Boten Gottes, die am J\u00fcngsten Tag als Zeugen f\u00fcr oder gegen die Menschen auftreten und die H\u00f6llentore h\u00fcten. Ihnen stehen die Teufel entgegen, deren oberster Anf\u00fchrer ein gefallener Engel ist. Hier sind die Parallelen zum Christentum mehr als deutlich, ebenso wie im Szenario des J\u00fcngsten Tages: \u201eDa wird dann die Trompete geblasen, die Himmel werden bersten, die Berge werden zu Staub zermahlen, die Gr\u00e4ber werden sich \u00f6ffnen. Der Schutzengel eines jeden Menschen wird Zeugnis ablegen f\u00fcr seine Vergangenheit. Die Taten des Menschen werden auf der Waage gewogen, und das Buch wird in seine Hand gelegt, in die rechte Hand beim Gesegneten, in die linke Hand bei dem Verdammten.\u201c (&#8230;)<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3><strong>Eine islamische Apokalypse aus der Kreuzzugszeit<\/strong><\/h3>\n<p>Die dargelegten Befunde machen deutlich, dass der Urgrund islamischer Theologie sich auf dem Boden dessen bewegt, was uns aus der iranischen und der j\u00fcdisch-christlichen Eschatologie bekannt ist, allerdings in recht knapper Form. (&#8230;)<\/p>\n<p>Mohammed rechnete noch zu seinen Lebzeiten mit dem Anbruch des J\u00fcngsten Tages, wie das auch f\u00fcr Jesus angenommen wird. Als der Religionsstifter starb, ohne dass das eschatologische Gottesgericht angebrochen war, entwickelte sich, wie auch im Judentum und im Christentum, die Selbstverortung in der Endzeit: Man glaubte immer wieder eine Verschlechterung der Zust\u00e4nde, eine \u201eZunahme der apokalyptischen Wehen\u201c beobachten zu k\u00f6nnen, und in besonderen Zeiten der Bedr\u00e4ngnis erwartete man quasi t\u00e4glich das Endgericht.<\/p>\n<p>Davon zeugen zahlreiche kleinere apokalyptische Schriften meist dunklen und vision\u00e4ren Inhalts. Diese sogenannten \u201eHadit\u201c sind kurze, poetische Sinnspr\u00fcche, die meist m\u00fcndlich im Umlauf waren und den Weltenlauf bzw. die Ereignisse am Ende der Zeit zum Thema hatten. (&#8230;)<\/p>\n<p>Apokalypsen gr\u00f6\u00dferen Umfangs sind selten; eine davon ist die vorliegende apokalyptische Schrift aus der Zeit der Kreuzz\u00fcge. Sie wurde um 1180 von einem unbekannten, wahrscheinlich aus \u00c4gypten stammenden Autor verfasst. In ihr finden wir die f\u00fcr den Islam und seine Geschichte ganz charakteristische Verbindung politischen und religi\u00f6sen Erlebens; f\u00e4llt ihre Entstehung doch in die Zeit der Kreuzz\u00fcge, speziell in die Zeit, da \u00c4gypten von den Syrern unter Saladin und den Franken unter K\u00f6nig Amalrich hart umk\u00e4mpft wurde. Jede Macht wollte sich die Vorherrschaft in diesem Lande sichern, und es kam zu gewaltigen Zerst\u00f6rungen, Br\u00e4nden und Ermordungen. Der Verfasser der vorliegenden Schrift muss seine Zeit also wahrhaftig als \u201eapokalyptisch\u201c empfunden haben. So hat denn die aus 23 Einzelspr\u00fcchen bestehende Apokalypse den endzeitlichen Krieg verschiedener V\u00f6lker zum Thema, der sich im gesamten vorderasiatischen Raum abspielt. Beim Zusammentreffen bestimmter kosmischer Konstellationen (die Astrologie spielt hier eine bedeutende Rolle bei der zeitlichen Einordnung der apokalyptischen Ereignisse) kommt es zum Krieg zwischen dem K\u00f6nig des Ostens und dem Herrn des Westens, in den schlie\u00dflich auch die R\u00f6mer und die Griechen eingreifen. Es kommt zu Hungersn\u00f6ten, Ermordungen, Versklavung von \u00c4gyptern, Kairo brennt dreimal ab. Jerusalem wird eingenommen und viele Menschen sterben. Nach mehreren schlimmen Schlachten tritt schlie\u00dflich der Mahdi, eine endzeitliche Erl\u00f6sergestalt, auf, unter dem eine Zeit des Friedens beginnt. Nach Ablauf dieser Zeit kommt es zum Endkampf mit dem Daggal, dem Antichristen, der von Jesus get\u00f6tet wird. Gog und Magog schlie\u00dfen Jesus auf einer Burg auf dem Berg Tabor ein; dort muss er so lange bleiben, bis Gog und Magog gestorben sind. Danach wird Jesus befreit werden, heiraten und Kinder zeugen, bis er stirbt und in Medina neben dem Propheten begraben wird. Die Apokalypse endet mit der Aussicht auf Rettung f\u00fcr alle Frommen, die Gott &#8211; ungew\u00f6hnlicherweise &#8211; sterben l\u00e4sst und damit zu sich holt. Die Schlechten verbleiben auf der Erde: \u201e\u00fcber sie wird die Stunde hereinbrechen\u201c. (&#8230;)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Hauptgewicht liegt aber eindeutig nicht auf Naturkatastrophen, sondern auf den zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen. Sie sind das haupts\u00e4chliche Kennzeichen der einsetzenden Endzeit.(&#8230;)<\/p>\n<p>Dann wird der Mahdi erscheinen und den Sufjani schlachten [&#8230;]. Er wird die Erde mit Recht und Gerechtigkeit erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>\u201eDie Gestalt des Mahdi (der Rechtgeleitete) repr\u00e4sentiert eine spezifisch islam[ische] Vorstellung, unabh\u00e4ngig davon, was sie indirekt den vorislamischen Religionen verdanken mag.\u201c Der Mahdi ist damit die messianische Gestalt des Islam schlechthin. W\u00e4hrend weder Mohammed noch der Koran die Gestalt des Mahdi kennen, kam es unter dem Eindruck j\u00fcdisch-christlicher Parusieerwartungen und der Glaubensverfolgungen in der Omajjadenzeit in einer bestimmten schiitischen Richtung des Islams (den sog. \u201eZw\u00f6lfern\u201c) zur Verehrung des Mahdi. Dabei herrscht der Glaube, dass am Ende der Zeiten der als im Jahre 880 verschollen geltende zw\u00f6lfte Imam Muhammad Abu`l-Qasim wiederkehren und eine Periode des Friedens und der Gerechtigkeit einleiten wird, bevor es zum Endkampf zwischen Jesus und dem Antichristen kommt. (&#8230;) Neben den genannten Elementen, die als apokalyptisches Allgemeingut gelten k\u00f6nnen und die im Islam ihre eigene Pr\u00e4gung erhalten haben, finden wir explizit Aufnahmen aus christlich-j\u00fcdischen Quellen. Dazu geh\u00f6rt z.B. die Vorstellung, dass der Antichrist am Ende der Tage nach der Friedensherrschaft des Mahdi auftreten wird:<\/p>\n<p>\u201eDann wird der Daggal (der Antichrist) auftreten und wird 40 Tage bleiben, einen Tag wie ein Jahr, einen wie einen Monat, einen wie eine Woche, die \u00fcbrigen Tage aber wie eure Tage.\u201c<\/p>\n<p>Interessant sind hier die Parallelen zu Apok 20. W\u00e4hrend vom \u201eAntichrist\u201c in der Johannesoffenbarung nicht direkt geredet wird (was zeigt, dass der Islam aus zeitgen\u00f6ssischen Vorstellungen und nicht aus der biblischen Tradition gesch\u00f6pft hat), deckt sich die Vorstellung einer Friedensherrschaft des Mahdi, nach deren Ablauf der Antichrist herrschen wird, mit der chiliastischen Vorstellung in Apok 20: Nach Ablauf der 1000 Jahre des messianischen Friedens kommt es zum Auftreten des Satans. Und wie im Christentum ist Jesus in unserer Apokalypse der \u00dcberwinder des Antichristen:<\/p>\n<p>\u201eUnd Isa (Jesus) wird in zwei gelben Gew\u00e4ndern beim wei\u00dfen Minarett auf der Ostseite von Damaskus herabsteigen und den Leuten die Asr-Salat vorbeten und den Daggal aufsuchen und ihn am Tore von Ludd t\u00f6ten.\u201c (&#8230;)<\/p>\n<p>Ich hoffe, es ist deutlich geworden, wie sehr die Apokalyptik ein die Juden, Christen und Muslime verbindendes Element ist. All diese Religionen berufen sich auf den Gott des Ersten Bundes, und sie erwarten alle das heilsm\u00e4chtige Eingreifen ihres Gottes am Ende der Zeiten. Alle rechnen damit, dass das Leben mit dem Tod nicht endet, sondern dass das Tor sich \u00f6ffnet in eine bessere, sch\u00f6nere, ewige Welt. Allen Gl\u00e4ubigen wird in der Apokalypse nicht nur das Dasein Gottes in ferner Zeit, sondern sein Zuspruch und die Ermutigung in der Gegenwart zugesprochen, so bedr\u00fcckend diese Gegenwart auch sein mag. Das Versprechen, dass Gott am Ende aller Tage und an unserem eigenen Ende da sein wird und die Hoffnung auf diesen gemeinsamen Endpunkt ist, wie ich meine, ein starkes Band.<\/p>\n<p>Die gemeinsame Hoffnung auf einen endzeitlichen Erl\u00f6ser ist das Gemeinsame, aber gleichzeitig auch das Profilierende jeder der genannten Religionen. Wir alle erwarten die Parusie, und das Judentum w\u00e4re ohne die starke Hoffnung auf den endzeitlichen Messias ebenso kraftlos wie die Christen, wenn sie die Hoffnung auf die baldige Wiederkehr ihres Herrn Jesus Christus fahrenlassen oder vergessen w\u00fcrden. Und die Hoffnung auf das Auftauchen des Mahdi im Islam ist Ausdruck der Sehnsucht nach dem gerechten und friedvollen K\u00f6nig, mit dem eine Zeit des Friedens anbricht &#8211; eine Sehnsucht, die das Alte wie das Neue Testament gleicherma\u00dfen kennen. Es war nicht das Ziel dieser Arbeit, in erster Linie Unterschiede zwischen den drei Religionen herauszuarbeiten. Diese sind sattsam bekannt, und ich verzichte deshalb auf eine Darstellung. Viele dieser Unterschiede hemmen den Dialog, weil sie weniger als Eigenwert denn als Grenzen der Kommunikation verstanden werden. Um solche Grenzen zu \u00fcberwinden und das Hemmende hinter sich zu lassen, eignet sich die Eschatologie vielleicht am besten, weil sie an sich au\u00dferhalb der Grenzen des menschlich Denkbaren liegt. Was am J\u00fcngsten Tag letztendlich wirklich passieren wird, ist &#8211; trotz aller \u201eAufdeckungen\u201c &#8211; ein uns Christen mit den Juden und den Muslimen verbindendes Geheimnis.\u201c<\/p>\n<p>(Meinel &#8211; 8.30)\u00a0<span style=\"color: #4e4e51;\">http:\/\/www.hausarbeiten.de\/faecher\/vorschau\/101947.html, 1999<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Herr Meinel hat so f\u00fcr mich nicht nur sehr treffende Zusammenfassungen und Vergleiche begeben, sondern auch den wesentlichen Punkt erschaut, n\u00e4mlich das Erkennen der vielen Gemeinsamkeiten der 3 Abrahamistischen Religionen und ihrer Apokalypsen sowie die gemeinsamen Verm\u00e4chtnisse, Ziele und Hoffnungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dies ist ein Auszug aus dem Buch\u00a0<a title=\"Buchbestellung DEI VERM\u00c4CHTNIS\" href=\"https:\/\/evol-forum.ch\/buecher-und-ebooks\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DEI VERM\u00c4CHTNIS<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Erg\u00e4nzende Erl\u00e4uterungen &nbsp; Offenbarung des Johannes &#8211;\u00a0Pfarrer Andreas Schwendener Eine Homepage m\u00f6chte ich Ihnen besonders empfehlen, wenn Sie die Johannes-Offenbarung vertiefen m\u00f6chten:\u00a0www.johannesoffenbarung.ch &nbsp; &nbsp; Thema Weltuntergang &#8211;\u00a0Prof. Angelika Thol-Hauke \u201eApokalyptik hat zu tun mit Vorstellungen vom Ende. 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