{"id":11,"date":"2013-12-11T15:38:04","date_gmt":"2013-12-11T13:38:04","guid":{"rendered":"https:\/\/evol-forum.ch\/giza\/chephren-pyramide\/"},"modified":"2018-10-22T14:57:11","modified_gmt":"2018-10-22T12:57:11","slug":"chephren","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evol-forum.ch\/giza\/pyramiden-von-gizeh\/chephren\/","title":{"rendered":"&#8222;Chephren&#8220;-Pyramide"},"content":{"rendered":"<h1>Die \u201eChephren\u201c-Pyramide<\/h1>\n<p><span style=\"font-size: 0.8em;\">Die \u201eChephren\u201c-Pyramide ist die mittlere der <a title=\"Die Pyramiden von Gizeh\" href=\"https:\/\/evol-forum.ch\/giza\/pyramiden-von-gizeh\/\">drei Pyramiden<\/a> und nur unwesentlich kleiner als die grosse \u201eCheops\u201c-Pyramide<\/span>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die mittlere Pyramide<\/strong><\/p>\n<p>Die \u201eChephren\u201c-Pyramide ist 215,25 m lang und 143,5 m hoch. Sie ist zwar rund 3 m kleiner als die \u201eCheops\u201c-Pyramide, befindet sich aber auf einer rund 10 m h\u00f6her gelegenen Ebene.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Chephren (Chafre, Chef-Re) und sein Bruder Djedefre, der \u00e4lteste Sohn von Cheops, haben eine interessante Gemeinsamkeit: Sie tragen die Bezeichnung des Sonnengottes Re in ihrem Namen. Djedefre, der nach dem Tod seines Vaters Pharao wurde, aber schon acht Jahre danach starb, soll neue religi\u00f6se Ansichten vertreten haben. Er anerkannte nicht mehr Horus und Chnum als einzige oder h\u00f6chste G\u00f6tter, sondern brachte mit seinem Pharao-Namen die besondere Verehrung des Sonnengottes Re zum Ausdruck (Echnaton hat diese in der 18. Dynastie wieder etabliert und f\u00fcr kurze Zeit den Monotheismus eingef\u00fchrt). Damals fand offenbar ein religi\u00f6ser Umbruch statt. Im Gegensatz zu Djedefre soll Chephren seine Pyramide trotzdem direkt neben die seines Vaters gebaut haben, als geometrische Weiterf\u00fchrung der Anlage: Die verl\u00e4ngerte Nordost-S\u00fcdwest-Diagonale der grossen Pyramide ist auch die Nordost-S\u00fcdwest-Diagonale der mittleren Pyramide. Damit diese Ausrichtung exakt und kompromisslos umgesetzt werden konnte, musste ein unebenes, schr\u00e4ges Kalkstein-Gel\u00e4nde auf einer Fl\u00e4che von \u00fcber 50 Hektaren planiert werden. Eine Meisterleistung, zumal riesige Felspartien abzutragen waren. Das ist auf der Westseite der \u201eChephren\u201c-Pyramide besonders gut zu sehen. Dort wurde das Felsgel\u00e4nde 4,5 m tief abgetragen, damit die Pyramide auf allen Seiten v\u00f6llig eben steht. Wer immer die Bauherren waren, sie waren auch Meister der Planierkunst.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>An der Spitze sieht man noch den Rest des Mantels aus hellem Tura-Kalkstein (siehe Abb. 1.14). Bei den drei untersten Lagen wurden wie mit dem Lineal zugeschnittene Verkleidungsquader aus Rosengranit verwendet (s. Abb. 1.15). Die Lagen selbst bilden Kalksteinbl\u00f6cke, die 6 m lang und 1,8 m hoch sind und rund 200 t wiegen. Der obere Teil der \u201eChephren\u201c-Pyramide besteht aus Bl\u00f6cken, die etwa 3 t schwer sind, \u00e4hnlich wie bei der \u201eCheops\u201c-Pyramide. Wegen des Gr\u00f6ssenunterschieds zwischen den Riesenbl\u00f6cken in den unteren Lagen und den kleineren in den oberen Ebenen besagt eine alternative Theorie, dass die \u201eChephren\u201c-Pyramide in zwei verschiedenen vordynastischen Epochen erbaut wurde. In der ersten Phase seien jene Anlagen gebaut worden, die aus den gewaltigen Kalksteinbl\u00f6cken bestehen: der Sphinx, der Sphinx-Tempel, der Tal-Tempel, der \u201eChephren\u201c-Totentempel, der untere Teil der \u201eChephren\u201c-Pyramide, vielleicht auch schon die \u201eCheops\u201c- und die \u201eMykerinos\u201c-Pyramide oder deren Fundamente. Das sei der Stand im Ersten Zeitalter, der Nether-Epoche, der Gott-K\u00f6nige gewesen. Im Zweiten Zeitalter, der Epoche der Shemsu Hor, der Horus-K\u00f6nige, sei das Giza-Zentrum renoviert und weiter ausgebaut worden: der Pyramidenaufbau auf der Plattform der \u201eChephren\u201c-Pyramide, eventuell die \u201eMykerinos\u201c- und die \u201eCheops\u201c-Pyramide mit den Granit- und Tura-Kalksteinverkleidungen, sowie die Granitmauern bei den mittlerweile verwitterten Kalksteinbl\u00f6cken des Tal-Tempels.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>In dieser Phase k\u00f6nnte auch die Umgestaltung des verwitterten Sphinx-Kopfes stattgefunden haben (siehe Seite 61).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Es ist jedoch eher wahrscheinlich, dass die \u201eChephren\u201c-Pyramide in einer einzigen Epoche errichtet wurde. Zuerst das massive Fundament mit den 200-Tonnen-Bl\u00f6cken, darauf der Rest der Pyramide mit kleineren Bausteinen. Anhand dieses Szenarios w\u00e4ren im Ersten Zeitalter die 3 Pyramiden und der Sphinx erstellt worden, verbunden mit den unterirdischen Anlagen, und im Zweiten Zeitalter kamen die Granitverkleidungen, Tempelanlagen und die langen Aufg\u00e4nge hinzu (siehe dazu auch Zeittafel der pr\u00e4historischen Kulturen).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Kammern im Untergrund<\/strong><\/p>\n<p>In die \u201eChephren\u201c-Pyramide kann man durch zwei separate G\u00e4nge gelangen, die parallel \u00fcbereinander angelegt sind.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der erste beginnt 2,6 m ausserhalb der Pyramide auf Gel\u00e4ndeh\u00f6he und f\u00fchrt direkt in den Fels zu einer Kammer. Sie sei eine unvollendete Grabkammer, lautet die \u00e4gyptologische Lehrmeinung.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Zuerst sei eine viel kleinere Pyramide geplant gewesen, deren Spitze \u00fcber dieser Kammer gelegen h\u00e4tte. Dann habe man sich aber zu einem markant gr\u00f6sseren Bauwerk entschlossen, genau auf der Fortsetzung der Diagonalen der \u201eCheops\u201c-Pyramide. Deshalb sei die Grabkammer unter die Spitze der neuen Pyramide nochmal gebaut worden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Der erste Gang durch den Fels ist jedoch lediglich 1,05 m breit und 1,11 m hoch. Wie h\u00e4tte dort hindurch der Sarkophag gebracht werden k\u00f6nnen? Sollten die Priester im Kauergang durchschl\u00fcpfen, mit der Mumie des Pharao im Schlepptau?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der zweite Gang, der zur \u201eneuen Grabkammer\u201c f\u00fchrt, ist bis kurz davor genauso eng (1,05 m breit, 1,20 m hoch). Die Kammer selbst, die sich bis zum Dachansatz ebenfalls im Felsuntergrund befindet, ist 14,17 m lang, 4,97 m breit und bis zum First 6,84 m hoch. Das Giebeldach besteht aus gegeneinander gekippten, dicken Kalksteinplatten (je rund 15 t schwer), die aus dem Boden ragen. Darauf wurde die rund 2,2 Mio. m<sup>3<\/sup> grosse Pyramide gebaut, die etwa 5 Mio. t wiegt. Das Giebeldach hielt den enormen Belastungen auch bei Erdbeben stand.<\/p>\n<p>Es wird angenommen, dass der Sarkophag wegen des engen Ganges von aussen in die Kammergrube abgeseilt wurde.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Doch der zweite, obere Gang beginnt im Pyramidenk\u00f6rper, auf H\u00f6he der zw\u00f6lften Lage (11,48 m \u00fcber dem Gel\u00e4nde), und f\u00fchrt schr\u00e4g hinab in den felsigen Untergrund. Es mussten also zuvor die zw\u00f6lf Lagen im Eingangsbereich errichtet worden sein. Gut 4 m unter dem Boden setzt sich der Gang horizontal fort bis zur grossen Kammer. Sie ist rechteckig. Parallel zur westlichen, schmalen Seite befindet sich eine monolithische Rosengranit-Wanne (2,64 x 1,07 x 0,97 m), die in den Boden eingelassen ist. Der neuzeitliche Entdecker des Zugangs und der Kammer (Giovanni Battista Belzoni, im Jahr 1818) fand darin viel Schutt und einige Knochen. Sp\u00e4tere Untersuchungen zeigten, dass sie \u2013 wie in der \u201eMykerinos\u201c-Pyramide \u2013 von Stieren stammten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font: normal normal normal 12px\/normal Helvetica; margin: 0px;\"><span style=\"letter-spacing: 0px;\"><span style=\"font-size: x-small;\">Dies ist ein Auszug aus dem Buch\u00a0<a href=\"https:\/\/evol-forum.ch\/buecher-und-ebooks\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GIZA VERM\u00c4CHTNIS<\/a>.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u201eChephren\u201c-Pyramide Die \u201eChephren\u201c-Pyramide ist die mittlere der drei Pyramiden und nur unwesentlich kleiner als die grosse \u201eCheops\u201c-Pyramide. &nbsp; Die mittlere Pyramide Die \u201eChephren\u201c-Pyramide ist 215,25 m lang und 143,5 m hoch. 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