{"id":16,"date":"2013-12-11T15:38:04","date_gmt":"2013-12-11T13:38:04","guid":{"rendered":"https:\/\/evol-forum.ch\/giza\/das-osiris-grab\/"},"modified":"2018-10-22T15:13:31","modified_gmt":"2018-10-22T13:13:31","slug":"das-osiris-grab","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evol-forum.ch\/giza\/das-osiris-grab\/","title":{"rendered":"&#8222;Osiris&#8220;-Anlage"},"content":{"rendered":"<h1>Die \u201eOsiris\u201c-Anlage<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine der r\u00e4tselhaftesten Anlagen befindet sich unterhalb des Aufgangs vom Sphinx und Tal-Tempel zur \u201eChephren\u201c-Pyramide, die heute als \u201eOsiris\u201c-Schacht oder \u201eOsiris-Grab\u201c bezeichnet wird (fr\u00fcher auch als \u201eWasser\u201c-Schacht). Diese Anlage ist in doppelter Hinsicht interessant: Erstens befindet sich in 30 m Tiefe eine grosse Granitwanne mit Granitdeckel, die nicht durch die Zugangssch\u00e4chte bef\u00f6rdert werden konnte. Zweitens zeigt die offizielle \u00c4gyptologie an diesem Beispiel, wie sie sich die Fakten immer wieder etwas zurechtlegt.<\/p>\n<p>Durch den senkrechten Eingangsschacht gelangt man etwa 4 m tief auf die erste Ebene. Im hinteren Bereich der leeren Felskammer befindet sich der n\u00e4chste Schacht, der ebenfalls senkrecht zur zweiten Ebene in rund 20 m Tiefe f\u00fchrt. Von dort geht in einer Seitennische ein dritter senkrechter Schacht hinunter zum sogenannten \u201eOsiris-Grab\u201c. Diese Sch\u00e4chte zu den drei unterirdischen Ebenen der Anlage sind bautechnisch aufwendig versetzt angeordnet.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Von der untersten Kammer f\u00fchrt ein unerforschter Gang in Richtung der grossen Pyramide, der sich nach 6 m verengt und unpassierbar wird (siehe Entdeckungen in der \u201eOsiris\u201c-Anlage, Seiten 184 und 189).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die dritte Ebene der Anlage stand bei der Entdeckung durch Dr. Selim Hassan im Jahre 1935 unter Wasser. Als der Pegel dank der k\u00fcnstlichen Grundwassersenkung im Zuge der Sphinx-Konservierung zur\u00fcckging, konnten in den Jahren 1997 und 1998 alle Ebenen untersucht werden (siehe Schor-Expeditionen, Seite 184).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>F\u00fcr die Erforschung der Anlagen in Giza und offizielle Aussagen dar\u00fcber war der \u00c4gyptologe Dr. Zahi Hawass als Regierungsvertreter zust\u00e4ndig, der bereits seit den Siebzigerjahren eine Schl\u00fcsselrolle einnahm. In einem Interview mit dem privaten Forscher Andrew Bayuk, das Dr. Hawass auf seiner Website ver\u00f6ffentlichte, spielt er die Bedeutung des \u201eOsiris-Grabes\u201c herunter und betont, diese unterirdische Anlage sei nichts Besonderes und nicht geheim, jeder wisse davon, doch es w\u00fcrden viele Ger\u00fcchte verbreitet.<\/p>\n<p>Die zweite Ebene besteht aus einer Zentralkammer und sechs Felsnischen. In zwei davon befinden sich grosse Granitwannen, die Dr. Hawass als \u201eSarkophagi\u201c bezeichnete. \u201eInside the area there is much pottery and bones. I dated this level to 26th Dynasty, 500 bc, based on the pottery style and this second shaft was cut later.\u201c Ihm zufolge wurden dort Gegenst\u00e4nde aus Ton beziehungsweise Tonscherben sowie Menschenknochen gefunden. Er habe die zweite Ebene aufgrund des Stils der Tongegenst\u00e4nde auf die 26. Dynastie, 500 v. Chr., datiert und gefolgert, dass der zweite Schacht sp\u00e4ter herausgehauen worden sei.<\/p>\n<p>Es ist jedoch \u00fcberhaupt nicht zwingend, dass die Anlage nicht \u00e4lter ist als die dort gefundenen Gegenst\u00e4nde. Es k\u00f6nnte auch sein, dass um 500 v. Chr. Menschen in das viel fr\u00fcher entstandene unterirdische Bauwerk gelangten, um dort Tote zu bestatten. Oder vielleicht kamen die Eindringlinge darin selbst ums Leben. Der Grundsatz des Chef\u00e4gyptologen, dass die Tonfunde von den Erbauern stammen, ohne andere M\u00f6glichkeiten zu er\u00f6rtern, ist verwunderlich (nach \u00e4hnlichen Erfahrungen, wie z. B. bei Vyse und den Funden in der \u201eMykerinos\u201c-Pyramide). Ebenso die Logik der Chronologie: Da die Sch\u00e4chte versetzt sind, erreicht man die dritte Ebene nur durch die zweite, die aber gem\u00e4ss<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Dr. Zahi Hawass sp\u00e4ter entstanden sein soll. Vielleicht geht er davon aus, dass sie erst um 500 v. Chr. ausgearbeitet wurde, um danach die beiden Sarkophage dorthin zu bringen. Dr. Zahi Hawass betont im Interview, \u201ewelch eine \u201eBig operation\u201c es war, aus der dritten, lange Zeit \u00fcberschwemmten Felskammer nach der Trockenlegung die Ablagerungen durch die senkrechten Sch\u00e4chte 30 Meter nach oben zu bef\u00f6rdern.\u201c <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein gigantisches Unterfangen der Bau der unterirdischen Anlage an sich gewesen sein muss, dar\u00fcber verliert er kein Wort. Die dritte Ebene ist mindestens 100 m<sup>3<\/sup> gross, wie sich aus Fotos der Kammer mit dort abgebildeten Personen ableiten l\u00e4sst. Der Raum ist fast quadratisch.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>In der Mitte befindet sich in einer rechteckigen Bodenvertiefung ein 2,5 m langer Granittrog. Er wird offiziell das \u201eGrab des Osiris\u201c genannt, obwohl er bei seiner Entdeckung 1935 leer war.<\/p>\n<p>Die Wanne liegt b\u00fcndig an der R\u00fcckwand der l\u00e4nglichen Vertiefung und wird auf den anderen drei Seiten von Wasser umgeben. Die schmale Flanke an der R\u00fcckwand ist gerade, die gegen\u00fcberliegende gekr\u00fcmmt. An den vier Ecken der Steinumrandung sind Rudimente viereckiger Kalksteins\u00e4ulen zu sehen, von denen wegen der Erosion durch das Wasser oder Erdbeben nicht viel \u00fcbrig geblieben ist. Zur Wanne geh\u00f6rt ein etwa 1,2 m breiter, 2,5 m langer und 0,5 m hoher, perfekt zugeschnittener Granitdeckel, der aufgrund der Gr\u00f6sse rund 4 t wiegen d\u00fcrfte. Die Oberfl\u00e4che ist fein geschliffen und weist keine Inschriften auf. Heute liegt der monolithische Deckel auf zwei Balken, die quer \u00fcber die Vertiefung gelegt wurden. Weil Wanne und Deckel (zusammen rund 12 t) nicht aus demselben Felsgestein wie die Kammer bestehen, stellt sich dazu auch hier wieder das R\u00e4tsel, auf welche Weise sie dorthin gebracht wurden (wie beim \u201ePerser\u201c-Schacht Seite 79)?<\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit der Altersbestimmung der Anlage erkl\u00e4rt Dr. Zahi Hawass, dass Giza zur Zeit des Neuen Reiches<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u201epr osr nb rstw\u201c genannt wurde:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u201epr stehe f\u00fcr Haus oder Residenz, osr f\u00fcr Osiris, nb f\u00fcr Herr und rstw bedeute Friedhof oder w\u00f6rtlich \u00fcbersetzt unterirdischer Tunnel. Das Giza-Plateau hiess im Neuen Reich also \u201aHaus des Osiris\u2018, des Herrn der unterirdischen Tunnel.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>(In der Mythologie \u201eHerr der Unterwelt \u00fcber das Haus der Erwachten\u201c)<br \/>\nDie dritte Ebene datiert er \u201eauf Grund der Gr\u00f6sse des \u201eSarkophags\u201c und des Stils der Tonscherben, die in diesem Schacht gefunden wurden\u201c, auf das Neue Reich um 1550 v. Chr. (\u201eBased on the size of the sarkophagus and the style of the pottery that has been found inside the shaft I dated this to 1550 bc, the New Kingdom.\u201c) Als Nachweis dient ihm eine beim \u201eOsiris-Grab\u201c<span id=\"__caret\">\u00a0<\/span>gefundene pr-Hieroglyphe, woraus er schliesst, dass die dritte Ebene aus dem Neuen Reich stammt, weil das Giza-Gel\u00e4nde damals mit \u201epr osr nb rstw\u201c bezeichnet wurde. Als kritischer Betrachter muss man sich allerdings fragen, ob die einsame Hieroglyphe \u201epr\u201c mit der Giza-Bezeichnung zur Zeit des Neuen Reiches gleichzusetzen ist. Selbst wenn das tats\u00e4chlich der Fall w\u00e4re, ist die Folgerung, dass die Hieroglyphe von den Erbauern stammt, nicht schl\u00fcssig. Wenn sie sich mit einer Inschrift verewigen wollten, h\u00e4tten sie sich wie alle Pharaonen des Neuen Reiches klar ausgedr\u00fcckt. Gem\u00e4ss Dr. Hawass wurde die dritte Ebene um 1550 v. Chr. gebaut und in der Sp\u00e4tzeit um 550 v. Chr. als Begr\u00e4bnisst\u00e4tte genutzt. Seine Interpretation verwundert sogar den Interviewer Andrew Bayuk, der ein Anh\u00e4nger der \u00e4gyptologischen Lehren ist: \u201eSo then you believe this third level to be originally from the New Kingdom and then later used for burial in the late period?\u201c fragt er nach und Dr. Hawass best\u00e4tigt: \u201eYes.\u201c<\/p>\n<p>Wof\u00fcr war denn die Anlage urspr\u00fcnglich vorgesehen, wenn sie erst 1\u2018000 Jahre sp\u00e4ter als Grabst\u00e4tte diente? Oder wurde dort in der Sp\u00e4tzeit die alte Mumie entfernt und ein anderer Leichnam bestattet?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Interpretation von Dr. Hawass wirkt etwas zurechtgelegt, wie so oft, wenn versucht wird, die megalithischen Anlagen in die \u00e4gyptologische Chronologie einzuordnen. In allen Dynastien haben die Pharaonen die Felsgr\u00e4ber mit ihren Kartuschen, Farb- und Reliefinschriften vom Boden bis \u00fcber die Decke verziert. Doch in der \u201eOsiris\u201c-Anlage gibt es nichts davon.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Viel wahrscheinlicher ist, dass sie als Gesamtanlage geplant und gebaut wurde, vor etlichen Jahrtausenden in archaischer Zeit. Die Granit-Wannen im zweiten und dritten Untergeschoss sind weitgehend gleich gefertigt wie denjenigen in anderen monolithischen Anlagen in \u00c4gypten (z. B. im Serapeum und im \u201ePerser\u201c-Schacht, welche alle \u2013 wie die 3 grossen Giza-Pyramiden \u2013 leer und inschriftenlos sind).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Im Weiteren weist Hawass zu Recht darauf hin, dass der Raum an das Osireion von Abydos erinnert: \u201eDas \u201aOsiris-Grab\u2018 von Giza ist eine Kopie davon\u201c, meint Dr. Hawass (siehe Seite 78).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Alle diese geheimnisvollen Bauwerke zeugen von einem problemlosen Umgang mit gewaltigen Steinbl\u00f6cken in unterirdsichen Anlagen, obwohl es an verschiedenen Orten viel einfachere Konstruktionsl\u00f6sungen gegeben h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Zum weiterf\u00fchrenden Gang sprach Hawass im Interview von Pl\u00e4nen, eine optische Sonde hindurchzuf\u00fchren. Angeblich ohne den Tunnel weiter erforscht zu haben, will der Chef\u00e4gyptologe wissen, dass der Gang nicht bis zur grossen Pyramide f\u00fchrt und die Anlage aus dem Neuen Reich stamme.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Seine Aussagen aus dem Jahr 2000 deuten auf eine Sensation hin. Hinter dem Spalt des Gangs Richtung Pyramide muss sich ein Hohlraum befinden, denn sonst g\u00e4be es keinen Grund, mit einer Kamera dahinter zu blicken. Was dabei herausgekommen ist, hat die \u00d6ffentlichkeit bisher nicht erfahren. Es ist nicht anzunehmen, dass das Projekt zur Untersuchung des Tunnels nicht weiterverfolgt wurde, zumal die in Giza aktiven Interessengruppen um die unterirdischen Anlagen der Megalith-Baumeister wissen und selber weitere finden und mehr dar\u00fcber erfahren m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Anmerkung:<\/p>\n<p>Die 2 bemerkenswerten Fotos der Entdeckung stammen von Dr. J.J. Hurtak, einem Orientologen, Sozialwissenschaftler und Remote-Sensing-Spezialisten. Er war wichtiger Berater bei der Entdeckung der Unterwasseranlagen von Yonaguni in Japan, bei Forschungen \u00fcber die Pyramiden-Strukturen in Mexiko und Brasilien und bei Remote-Sensing-Expeditionen in \u00c4gypten. Seine Arbeit widmet sich den Herausforderungen spezifischer Wissensgebiete.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Dazu 2 Zitate zur Giza-Forschung:<\/p>\n<p>\u201eWer w\u00e4re nicht begeistert, wenn wir den Schleier, hinter dem die Zukunft verborgen liegt, l\u00fcften und einen Blick auf die n\u00e4chsten Errungenschaften unserer Wissenschaft und ihre Geheimnisse in k\u00fcnftigen Jahrunderten werfen k\u00f6nnten? Das ist der Ansatz eines jeden Zukunftsforschers.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>\u201eIn etwa dreissig Jahren werden in Giza grosse Entdeckungen um die Pyramiden zum richtigen Verst\u00e4ndnis dieser Anlagen f\u00fchren.\u201c<\/b><\/p>\n<p>Prophezeiung von Dr. J.J. Hurtak<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font: normal normal normal 12px\/normal Helvetica; margin: 0px;\"><span style=\"letter-spacing: 0px;\"><span style=\"font-size: x-small;\">Dies ist ein Auszug aus dem Buch\u00a0<a href=\"https:\/\/evol-forum.ch\/buecher-und-ebooks\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GIZA VERM\u00c4CHTNIS<\/a>.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u201eOsiris\u201c-Anlage &nbsp; Eine der r\u00e4tselhaftesten Anlagen befindet sich unterhalb des Aufgangs vom Sphinx und Tal-Tempel zur \u201eChephren\u201c-Pyramide, die heute als \u201eOsiris\u201c-Schacht oder \u201eOsiris-Grab\u201c bezeichnet wird (fr\u00fcher auch als \u201eWasser\u201c-Schacht). 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