{"id":696,"date":"2018-06-12T16:44:12","date_gmt":"2018-06-12T14:44:12","guid":{"rendered":"https:\/\/evol-forum.ch\/giza\/?page_id=696"},"modified":"2018-07-13T15:58:12","modified_gmt":"2018-07-13T13:58:12","slug":"sphinx-tempel-und-tal-tempel","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/evol-forum.ch\/giza\/sphinx-tempel-und-tal-tempel\/","title":{"rendered":"Sphinx-Tempel und Tal-Tempel"},"content":{"rendered":"<h1><b>Der Sphinx-Tempel und der Tal-Tempel<\/b><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Neben dem gewaltigen Sphinx, der wie ein Wachhund vor den 3 megalithischen Pyramiden liegt und von ihnen weg genau nach Osten schaut, gibt es zwei megalithische Tempel, die ebenfalls eine n\u00e4here Betrachtung verdienen. Sie wurden erst Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt, weil sie vollst\u00e4ndig von Sand bedeckt waren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><b>Der Sphinx-Tempel<\/b><\/h2>\n<p>Er liegt direkt vor dem Sphinx und besteht aus stark verwitterten, bis zu 200 t schweren Kalksteinquadern und wird heute als Harmachis- oder einfach Sphinx-Tempel bezeichnet und stammt aus der selben Zeit wie der Sphinx.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><b>Der Tal-Tempel<\/b><\/h2>\n<p>Schr\u00e4g vor dem Sphinx, von ihm aus gesehen rechts gelegen, befindet sich am Anfang des Aufwegs zur \u201eChephren\u201c-Pyramide der sogenannte Tal-Tempel \u201evon Chephren\u201c, wobei diese Zuordnung ebenfalls nicht belegt ist. Der Tal-Tempel wurde 1853 von Auguste Mariette entdeckt. Um die Anlage freizulegen, verwendete er Sprengstoff und zerst\u00f6rte dadurch bedeutende Teile, vor allem die Deckenkonstruktion. Weil der Tal-Tempel dennoch mehr hergibt als der Sphinx-Tempel und als Megalith-Anlage mitten in Giza eine Schl\u00fcsselrolle einnimmt, in Bezug auf die Bautechnik wie auch auf die weltweite Verbindung der Erbauer, wollen wir ihn hier genauer betrachten.<\/p>\n<p>Wie die 3 megalithischen Pyramiden hat der Tal-Tempel eine perfekte Nord-S\u00fcd-Ausrichtung. Er ist fast quadratisch, mit rund 45 m langen Seiten. Die gesamte Anlage ist waagrecht, obwohl der felsige Untergrund gegen Westen ansteigt. Die Ostmauer ist deshalb mit fast 13 m mehr als doppelt so hoch wie die Westmauer mit rund 6 m. Das Dach, das heute nur noch in einer Ecke vorhanden ist, war dadurch genau waagrecht.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Anlage wirkt wie ein viereckiger Tafelberg, in dem einige G\u00e4nge und R\u00e4ume ausgespart sind. Gewaltige Rosengranitquader bilden die W\u00e4nde. Deren R\u00fcckseite wurde mit Bl\u00f6cken aus dem \u00f6rtlichen Kalkstein gef\u00fcllt. Je nachdem, von welchem Bauvorgang ausgegangen wird, kann man auch sagen, dass die Kalksteinbl\u00f6cke das Kernmauerwerk bilden, das innen und aussen mit Rosengranitquadern verkleidet wurde. Auf der Ostseite des Tempels, der durchaus auch als Burg oder Festung bezeichnet werden k\u00f6nnte, befindet sich eine 6 m hohe Nische, von der ein 2 m hoher Gang ins Innere f\u00fchrt. Die urspr\u00fcngliche Fassade aus Rosengranit ist weitgehend zerst\u00f6rt, so dass man nur noch den Kalksteinkern sieht. Durch den Eingang gelangt man in einen Vorraum, dessen Boden, W\u00e4nde und Decke aus Granitquadern bestehen. Von dort aus zweigt im rechten Winkel ein Gang zur ersten Querhalle ab, deren Boden, wie in allen Hallen des Tal-Tempels, mit weissen Alabasterplatten ausgelegt ist.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Durch einen Gang in der Mitte der Ostmauer erreicht man die T-f\u00f6rmige Haupthalle, wo sechzehn unverzierte monolithische Pfeiler stehen. Quer darauf lagen einst grosse Quader, die wahrscheinlich die Dachplatten trugen, wobei fast alle dieser Querbalken heute fehlen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die letzte Verw\u00fcstung erfolgte 1860, als Auguste Mariette einige der Granitbalken sprengen liess. Im westlichen Bereich der Haupthallle gibt es entlang von 5 Mauerabschnitten 23 rechteckige Vertiefungen im Alabasterboden. Es wird angenommen, dass darin einst Statuen aufgestellt waren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise solche wie die Diorit-Sitzstatue, die man dort im 19. Jahrhundert in einer brunnenartigen Vertiefung kopf\u00fcber liegend fand und von der man aufgrund der Inschriften annimmt, dass sie Pharao Chephren darstellt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wegen diesem Fund gehen die \u00c4gyptologen davon aus, dass Chephren der Erbauer des Tal-Tempels gewesen sei. Und weil von dieser Anlage der Aufweg zur zweiten Pyramide f\u00fchrt, ziehen die \u00c4gyptologen den Schluss, dass sie ebenfalls von Chephren stamme. Doch in keinem dieser Megalith-Bauwerke wurde je eine Inschrift eines Pharaos gefunden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die \u201eentsorgte\u201c Statue erweckt eher den Eindruck, dass sie dort nicht zu Recht aufgestellt wurde, und wir kennen solche Vertiefungen ohne Statuen auch aus anderen Megalith-Bauten, z. B. in der Galerie der grossen Pyramide.<\/p>\n<p>Von den beiden Seitentrakten der Haupthalle zweigt je ein Gang in Richtung Westen ab. Der s\u00fcdliche f\u00fchrt in eine dreiteilige, zweigeschossige Nischen-Kammer. Der n\u00f6rdliche ist der Ausgangskorridor zum 495 m langen Pyramiden-Aufweg. In der Mitte dieses Korridors biegen zwei Nebeng\u00e4nge ab: Der n\u00f6rdliche f\u00fchrt auf das (ehemalige) Dach, der s\u00fcdliche in eine Kammer, die \u00c4gyptologen von als Pf\u00f6rtner-Kammer interpretiert wird. Die Portale der beiden Nebeng\u00e4nge sind heute durch eine Gittert\u00fcr verschlossen. Dahinter sieht man im s\u00fcdlichen Gang die eindrucksvolle Monolith-Konstruktion der nach 2 m nach Westen abdrehenden Mauer.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Rosengranitw\u00e4nde verdienen besonderes Interesse, werden aber in den \u00e4gyptologischen Lehrb\u00fcchern kaum erw\u00e4hnt und selten mit Bildern dokumentiert.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die verwendeten Monolithen sind bis zu 9 m lang, 3 m hoch und 4 m breit und wiegen 100 bis 300 t! Solche Steinbl\u00f6cke befinden sich in bis zu 10 m H\u00f6he. Erstaunlich ist auch ihre Form: Sie sind vieleckig (polygonal) zugeschnitten und gegenseitig verzahnt, teilweise \u00fcber die Mauerecken hinweg.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Diese komplizierte Konstruktion ist ohne Einsatz modernster Steinschneidemaschinen und Kr\u00e4ne ist gem\u00e4ss Ingenieuren selbst heute noch unvorstellbar.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font: normal normal normal 12px\/normal Helvetica; margin: 0px;\"><span style=\"letter-spacing: 0px;\"><span style=\"font-size: x-small;\">Dies ist ein Auszug aus dem Buch\u00a0<a href=\"https:\/\/evol-forum.ch\/buecher-und-ebooks\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GIZA VERM\u00c4CHTNIS<\/a>.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sphinx-Tempel und der Tal-Tempel &nbsp; Neben dem gewaltigen Sphinx, der wie ein Wachhund vor den 3 megalithischen Pyramiden liegt und von ihnen weg genau nach Osten schaut, gibt es zwei megalithische Tempel, die ebenfalls eine n\u00e4here Betrachtung verdienen. 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